/ 20.06.2013
Michael Rogowski
Für ein neues Wirtschaftswunder. 20 Thesen
München: C. Bertelsmann 2004; 191 S.; 14,90 €; ISBN 3-570-00847-9Der Wirtschaftsingenieur, von 2001 bis 2004 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, kann überhaupt nicht verstehen, warum „neoliberal“ zum Schimpfwort geworden ist. Es setze sich doch aus den Begriffen „neu“ und „frei“ zusammen, so Rogowski, den beim Schreiben die Journalistin Madlen Hillebrecht unterstützte. In den ostdeutschen Bundesländern habe sich nicht einmal die Soziale Marktwirtschaft im Bewusstsein der Bevölkerung verankert, kritisiert Rogowski weiter, weshalb dort „[p]olitische Rattenfänger wie Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, aber auch ein neuer brauner Spuk“ (38) ein leichtes Spiel hätten. Ähnlich plakativ geht es weiter. Rogowski fällt es zudem schwer, einen mehrheitlichen gesellschaftlichen Konsens zu erkennen, wenn er seiner eigenen wirtschaftspolitischen Ideologie zuwiderläuft. So sieht er die Atomenergie durch ein „einseitiges Trommelfeuer“ (64) ins Abseits gedrängt - die Frage einer sinnvollen Energiepolitik wird leider nicht weiter erörtert. Überhaupt arbeitet Rogowski vor allem mit ausgewählten Beispielen, sodass seine Vorschläge einer anderen Politik als geradezu zwingend erscheinen könnten. Tatsächlich aber werden die Ideen beispielsweise zum Subventionsabbau oder für eine bessere Kindertagesbetreuung nicht weiter ausgearbeitet, sondern bleiben Schlagworte. Insgesamt bilden seine Thesen ein wirtschaftspolitisches Statement, das nicht zu sehr ins Detail geht.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3 | 2.342 | 2.343 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Michael Rogowski: Für ein neues Wirtschaftswunder. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23031-fuer-ein-neues-wirtschaftswunder_26342, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26342
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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