/ 21.06.2013
Gerhard Willke
Kapitalismus
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2006 (Campus Einführungen); 215 S.; kart., 12,90 €; ISBN 978-3-593-38199-2Ökonomisch betrachtet ist der Kapitalismus eine Wirtschaftsordnung, die Privateigentum an Produktionsmitteln und ein ausdifferenziertes Geldsystem voraussetzt, den Austausch von Gütern und Leistungen über Preise reguliert, von den Marktteilnehmern eine Erwerbsgesinnung erwartet und damit eine reichtumserzeugende Akkumulationsdynamik freisetzt, zu der andere Wirtschaftssysteme nicht in der Lage sind. Zugleich jedoch steht der Kapitalismus für eine bestimmte Gesellschaftsordnung, die Wohlstand systematisch ungleich produziert und dazu tendiert, alle Lebensbereiche dem Prinzip der Marktrentabilität zu unterwerfen. In dieser Spanne bewegt sich nicht erst seit der Globalisierungskritik der letzten Jahre die Diskussion über den Kapitalismus. Der Autor greift in seiner verständlich geschriebenen Einführung beide Perspektiven angemessen auf. Er gibt zunächst einen knappen historischen Abriss, stellt anschließend klassische Diagnosen des Kapitalismus vor und erläutert zentrale ökonomische Funktionselemente. Abgeschlossen wird der Band mit einer Übersicht der aktuellen Debatte, die von der Fundamentalkritik bis zu Möglichkeiten einer Zähmung der kapitalistischen Dynamik reicht.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 1.1 | 2.2 | 5.33 | 5.45 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Gerhard Willke: Kapitalismus Frankfurt a. M./New York: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26763-kapitalismus_31221, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 31221
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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