/ 21.06.2013
Anna Gamper / Christoph Pan (Hrsg.)
Volksgruppen und regionale Selbstverwaltung in Europa
Wien: facultas.wuv 2008 (Schriften zum Internationalen und Vergleichenden Öffentlichen Recht 8); 232 S.; brosch., 31,20 €; ISBN 978-3-7089-0245-6Während eines Symposiums der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck im November 2007 wurden unterschiedliche Modelle des Minderheiten- und Volksgruppenschutzes erörtert. Als das effizienteste Modell wird das der territorialen Autonomie angesehen, welches Teilen des Staatsgebiets, auf dem Minderheiten vornehmlich siedeln, eingeräumt werden kann. Grundsätzlich bedeutet Autonomie Selbstverwaltung, deren Ausmaß jedoch variiert. Zunächst wird in das Thema in theoretischer Hinsicht eingeführt. So berichtet Christoph Pan vom Südtiroler Volksgruppen-Institut, dass es in Europa 340 Volksgruppen gibt und jeder siebte Europäer einer Minderheit angehört. Mario Heinric, Vertreter der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, informiert über den aktuellen Stand bei den Bemühungen des Europarates um eine Europäische Charta der regionalen Selbstverwaltung, die inzwischen in Europäische Charta der Demokratie umbenannt wurde. Ein weiterer Teil ist dem Thema „Regionale Selbstverwaltung in mehrsprachigen Regionen Europas“ gewidmet. Er enthält eine Reihe von Fallstudien, etwa zum Autonomiestatut für Katalonien, das weltweit als beispielhaft gilt, zu den Autonomiebestrebungen der Székler und eine Bilanz nach zehn Jahren Erfahrung mit Devolution. Weitere Themen sind der Status der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, die Autonomie Ålands und die regionale Selbstverwaltung Südtirols. Karl Rainer bescheinigt den Südtirolern einen „sehr erfolgreichen und geschickten Umgang mit dem Instrument der Autonomie“ (141). Seit Inkrafttreten der Autonomie habe Südtirol einen heftigen wirtschaftlichen Aufschwung genommen. „Das ‚Wirtschaftswunder im Alpenland’ [...] ist nicht nur Ausdruck des Erfolgs einer autonomen Region, sondern auch des vergleichsweise viel höheren Potenzials, welches mehrsprachige Gebiete vorweisen können, in welchen mehrere Volksgruppen friedlich miteinander auskommen und auf der Grundalge einer als gerecht und fair empfundenen Ordnung zusammenarbeiten.“ (142)
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.42 | 4.1 | 3.1 | 3.5 | 2.23 | 2.61 | 2.4
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Anna Gamper / Christoph Pan (Hrsg.): Volksgruppen und regionale Selbstverwaltung in Europa Wien: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29472-volksgruppen-und-regionale-selbstverwaltung-in-europa_34890, veröffentlicht am 03.06.2009.
Buch-Nr.: 34890
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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